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29.07.2020
29.07.2020 10:43 Uhr

Sommerlektüre für Thurgau-Fans

Kolorierte Aufnahme von Schloss Frauenfeld um 1903, als es im Besitz der Familie Bachmann war.
Kein anderer Bau repräsentiert die Thurgauer Geschichte besser als Schloss Frauenfeld. Der Schweizerische Burgenverein beleuchtet in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift «Mittelalter» die Entstehung der ehemaligen Burg und deren Wandel von der regionalen Schaltzentrale der Macht hin zum Sitz des Historischen Museums Thurgau.

Grafenburg, adliges Verwaltungszentrum, Herrschaftssitz der Landvögte, privates Wohnhaus und Museumsgebäude – trotz etlicher Besitzer- und Nutzungswechsel hat Schloss Frauenfeld die Zeit überdauert und thront auch nach 800 turbulenten Jahren noch über der Murg in der Kantonshauptstadt. Der Schweizerische Burgenverein präsentiert in seiner neuesten Ausgabe des Magazins «Mittelalter» den aktuellen Forschungsstand zur Geschichte des ikonischen Gebäudes. Die Beiträge verfasst haben Historiker Peter Niederhäuser und Historikerin Aline von Raszewski.

Von der Grafenburg zum Geschichtsmuseum

Wer hat Schloss Frauenfeld erbaut? Durch welche Hände ist das stattliche Gebäude gegangen, zu welchem Zweck wurde es genutzt und welche baulichen Veränderungen wurden im Verlaufe der Zeit vorgenommen? Peter Niederhäuser rollt in seinem fundierten Beitrag die Nutzungsgeschichte von Schloss Frauenfeld in den verschiedenen Epochen auf – von dessen Entstehung bis heute. Seine Erkenntnisse untermauert er mittels aufschlussreicher Quellen sowie anhand historischer und aktueller Bilddokumente des Schlosses.

Marie Bachmanns Vermächtnis

Mit der jüngeren Geschichte befasst sich Aline von Raszewski in ihrem Beitrag zu den letzten privaten Besitzern von Schloss Frauenfeld: Familie Bachmann aus Stettfurt. Dem weitsichtigen und generösen Handeln von Marie Elise Bachmann (1879–1955), letzter Spross der Familie, verdanken wir den Erhalt von Schloss Frauenfeld. Im 19. Jahrhundert hätte das Gebäude abgerissen werden sollen, um einem Neubau der Thurgauischen Hypothekarbank zu weichen. Wie Familie Bachmann das Schloss rettete und dieses in den Besitz des Kantons kam, erhellt Aline von Raszewski in ihrem Artikel.

Mit allen Sinnen erleben Besucherinnen und Besucher die Geschichte der sammel- und reisefreudigen Bachmanns im Schloss Frauenfeld. Anlässlich seines 60-jährigen Bestehens widmet das Historische Museum Thurgau der Familie zwei neue, multimedial inszenierte Räume in der Schlossausstellung.

Die Zeitschrift «Mittelalter» mit inhaltlichem Fokus auf Schloss Frauenfeld ist im Shop des Historischen Museums Thurgau für CHF 12 erhältlich.

 

tg.ch