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Kanton SG
01.01.2021

Ein St.Galler an der Spitze

Prof. Dr. Pietro Vernazza ist gemäss den Medinside-Lesern die wichtigste Persönlichkeit im Gesundheitswesen 2020 (Screenshot: SRF)
Die Medinside-Leser haben entschieden: Das sind die drei bedeutendsten Personen im Gesundheitswesen 2020. Der Gewinner arbeitet am KSSG.

Das Branchenportal medinside.ch hat bei seinen Lesern im Rahmen einer Umfrage folgende Frage gestellt: «Wer gehörte 2020 Ihrer Meinung nach zu den bedeutendsten Protagonisten des Schweizer Gesundheitswesens?» Jeder Teilnehmer konnte seinen Favoriten nennen. Es haben über 4000 Personen an der Umfrage teilgenommen.

4000 Medinside-Leser haben die wichtigste Persönlichkeit im Gesundheitswesen 2020 gewählt Bild: PD

Zur Auswahl standen unter anderem Spitaldirektoren, Verbands-Präsidentinnen, Chefärzte, eine Chefbeamtin und ein Bundesrat. Wer auf den Rängen vier bis zehn klassiert ist, können Sie in diesem Artikel nachlesen, der am Mittwoch publiziert worden ist. Folgende Personen belegen die Podestplätze – in aufsteigender Reihenfolge:

Platz 3: Adrian Schmitter

«Die Schweiz täte gut daran, den Ärzten wieder mehr Wertschätzung entgegen zu bringen. Sonst finden Spitäler bald keine Chefärzte mehr»: So äusserte sich Adrian Schmitter, Spitaldirektor des Kantonsspitals Baden, in einem Gastbeitrag auf Medinside.

Er stört sich daran, dass Chefärzte oft als Abzocker an den Pranger gestellt werden. Der 61-Jährige hat am Kantonsspital Baden ein neues Lohnsystem eingeführt, das von den Kaderärzten ohne grosses Aufheben akzeptiert wurde: Die patientenabhängigen Honorare wurden gestrichen und der Fixlohn-Anteil zulasten des variablen Teils erhöht.

In einem öffentlichen Spital sei volle Präsenz und vor allem Bereitschaft während 24 Stunden an 365 Tagen gefordert, betont Schmitter. «Vergessen Sie also das Klischee vom Chefarzt, der über Mittag Golf spielt und sich am Freitag in sein Feriendomizil verabschiedet.»

KSB-Direktor Adrian Schmitter Bild: PD

Platz 2: Yvonne Ribi

«Wir tun alles, um alle Erkrankten zu pflegen, aber wir schaffen es nicht, wenn sich die Bevölkerung nicht an die Weisungen des Bundesrats hält.» Mit diesem dringenden Appell richtete sich Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und -männer SBK, im März an die Schweiz.

Und mit diesem Aufruf stand die Thurgauerin dieses Jahr nicht zum letzten Mal im Rampenlicht. Immer wieder appellierte sie an die Bevölkerung und zeigte auf, dass die Gesundheitsfachpersonen schon in normalen Zeiten am Anschlag arbeiten, wegen der Pandemie aber noch zusätzlich in Bedrängnis geraten.

Doch nicht nur die Bevölkerung nahm sie in die Pflicht, sondern auch die Politik. Nach der Krise seien Investitionen in die Pflege unerlässlich. Yvonne Ribi wird auch im kommenden Jahr am Ball bleiben müssen: Sie fordert eine Ausbildungsoffensive, damit es auch in Zukunft genügend Pflegefachpersonen gibt. Und sie verlangt auch Massnahmen, um das Pflegepersonal länger im Beruf zu halten.

SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi Bild: PD

Platz 1: Pietro Vernazza

Der Infektiologe am Kantonsspital St.Gallen musste dieses Jahr viel einstecken: Viel Lob für seine menschliche Art und seine behördenkritische Haltung – aber auch viel Kritik. Als «Durchseuchungsvertreter» wurde er gebrandmarkt. Oder als «Prophet der Pandemie», weil er sich dem wissenschaftlichen Konsens zur Corona-Pandemie entgegenstelle.

Vernazza findet: Beim Auftreten einer neuen Erkrankung sei es fast unmöglich, alle Details zu kennen. Deshalb müsse die Wissenschaft fortlaufend infrage stellen und Hypothesen formulieren, die später wieder verworfen werden können. In kleinen Schritten bringe uns das der Wahrheit näher.

Debatten im Elfenbeinturm führen seiner Ansicht nach kaum zu Lösungen. Entscheidend sei, dass wir Fragen stellen. Dabei dürften wir nicht davon ausgehen, dass alles, was gesagt werde, auch richtig sei.

Prof. Dr. Pietro Vernazza aus St.Gallen ist gemäss den Medinside-Lesern die wichtigste Persönlichkeit im Gesundheitswesen 2020 Bild: PD
medinside.ch/gossau24.ch/stz.