WILLKOMMEN IM GEISTERSCHLOSS DER MUSIKGESELLSCHAFT NIEDERWIL

Mit einem phantasievollen Geister-Programm und vielen Gags verwöhnten die Musikgesellschaft Niederwil unter der Leitung von Christian Sutter und das Jugendensemble, geführt von Roman Heierle, die Gäste in der Rösslihalle. Präsident Bernhard Wick dankte allen, die sich für diesen Anlass engagiert haben, aber auch für die Unterstützung der Bevölkerung während dem Jahr. Originell führte Joel Schönenberger durch das Programm.

Kaum war der letzte Stundenschlag um Mitternacht verklungen, erschien durch eine knarrende Türe ein grinsendes Schlossgespenst, das den ganzen Abend sein Unwesen trieb. Der musikalische Teil wurde eröffnet vom Jugendensemble. Die jungen Musikantinnen machten einen Besuch bei Harry Potter, Pipi Langstrumpf und anderen bekannten Figuren. Sie zeigten ihr beachtliches Können, ihre Freude an der Musik und grossen Einsatz. Da sind engagierte Korpsmitglieder in Sicht. Die MG erfreut sich im Dorf – wie eigentlich überall – grosser Beliebtheit und darf immer auf das Wohlwollen der Bevölkerung zählen. Was wären doch verschiedenste Anlässe ohne Musik, die gehört ganz einfach dazu! Für die Mitglieder bedeutet das allerdings viel Präsenz und Engagement, das sie aber gerne leisten. Dafür kann man nur «danke» sagen.

Das Schlossgespenst spukt herum.
Neu war eine Panflötistin im Ensemble.
Das Jugendensemble, verstärkt mit einigen Erwachsenen, zeigte unter der Leitung von Roman Heierle eine erstaunliche Leistung, das tolle Bühnenbild hat Bernadette Kägi gestaltet.
Gekonnt und locker moderierten Sereina und Mia.

Geisterhaft-meisterhafte Musik

Wer weiss denn, wie viele Komposition es gibt, die sich mit Geistern und Krimis befassen – wohl nicht viele Musikfreunde. Die über dreissig Niederwiler Musikantinnen und Musikanten zeigten es deutlich in ihrem bestens vorbereiteten, vielseitigen Programm. Nach der Eröffnung mit dem Marsch «Schloss Horneburg» von Siegfried Rundel, stand ein Besuch bei Harry Potter an, dem der Welthit «Thriller» folgte, einst gesungen von Michael Jacksen. Keinesfalls fehlen durfte der «Kriminaltango» vom Hazy Osterwald Sextett, ein Dauerbrenner seit 1961. Für Ohren und Herz erklang Peter Reber’s beliebtes «Hippigschpänschtli», vom Publikum gern mitgesungen, das sowieso kräftig klatschte und somit für zusätzliche Stimmung sorgte. In «Aladdin» führte Stefan Manser mit einem beeindruckenden Solo in die Pause. Er wurde nach 25-jähriger Mitgliedschaft im Musikverein zum «Kantonalen Veteran» ernannt. Während neunzehn Jahren arbeitete er in der Musikkommission mit. Mit einer humorvollen Einlage glänzte auch das einheimische Duo «Seil und Chlüpperli».

Was wie in welcher Flasche ist, verwirrte den Geist - egal.
Das passende Outfit zur Musik.
Präsident Bernhard Wick gratuliert Stefan Manser zum «Kantonalen Veteran».

Geistreich auch im 2. Teil

«Riders in the sky» eröffnete den zweiten Teil und liess Klänge des alten Westens lebendig werden. Dann trat das «Phantom oft the Opera» in Aktion und machte das Schloss unsicher. Die Komposition dazu hatte Lorenzo Bocci sehr reizvoll arrangiert. Anschliessend wurden in «Ghostbusters» die Geisterjäger aktiv. Das Phantom haben sie allerdings (noch) nicht gefunden, dafür ein begeistertes Publikum. «Unchained Melody» ist eine einzige Liebeserklärung. Das wunderschöne Solo spielte Stefan Wick und musste es prompt wiederholen. «Midnight dancers» von der deutschen Musikgruppe «Arabesque» bildete den Schluss des offiziellen Programms. Aber – ohne Zugabe geht kein Korps nach Hause. Diese boten die MG mit der rassigen Geisterpolka – und Polkas sind bei den Zuhörenden immer beliebt. Mit ihrem spannenden, aufwändigen Programm und den vielen Gags und Einlagen hat die MG Niederwil gezeigt, dass die Geister gar nicht so schlimm sind und sehr wohl auch Spass bereiten können. Dafür haben alle Mitwirkenden viel Freizeit investiert, denn von nichts, kommt nichts. Die zufriedenen, strahlenden Gesichter der Gäste war wohl der schönste Lohn.

Dirigent und Gespenst gönnen sich immer wieder mal einen scharfen Tropfen.
Die Saxophonistin Isabel Wild war verantwortlich für das Rahmenprogramm.
Vroni Krucker