Kanton
23.01.2020
23.01.2020 17:07 Uhr

DIE ST.GALLER SPITALKRISE SPITZT SICH ZU: 30 MIO. VERLUST 2020

In den St.Galler Spitälern entstehen dieses Jahr Verluste von über 30 Mio. Franken. Dies teilt der Verwaltungsrat der Spitalverbunde der St.Galler Spitäler mit, also das oberste Führungsorgan der Spitäler:

Ohne Massnahmen droht ein Fiasko

Eckpunkte aus der Vernehmlassungsantwort des Spitalverwaltungsrates zur Spitalvorlage der St.Galler Regierung.

Der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde unterstützt in seiner Stellungnahme die Regierungsvorlage zur Spitalstrategie mit vier Mehrspartenspitälern. Zusammen mit den Gesundheits- und Notfallzentren ermöglicht die Leistungs- und Strukturentwicklung ein zukunftsfähiges medizinisch-fachliches Versorgungskonzept für den Kanton St.Gallen. Die Gesundheits- und Notfallzentren sollen nicht primär durch die Spitalverbunde, sondern von und mit der niedergelassenen Ärzteschaft konzipiert und spezifisch auf die Bedürfnisse und die Nachfrage in der jeweiligen Region angepasst werden.

Der Verwaltungsrat betont in seiner Stellungnahme, dass die Vernehmlassungsvorlage die nachhaltige Grundversorgung in der geforderten Qualität und Sicherheit gewährleistet. Er hat in den letzten Monaten die Situation der St.Galler Spitäler gründlich überprüft und in Abwägung aller vorhandenen Fakten analysiert. Grund dieser sorgfältigen Analyse ist nebst fachlich-medizinischen Entwicklungen nicht zuletzt auch das drohende strukturelle Defizit von jährlich 70 Mio. Franken. So kann es nicht weitergehen – der Handlungsdruck ist hoch – ohne strategisch-strukturelle Massnahmen droht ein Fiasko der Gesundheitsversorgung mit hohen Verlusten.

Vernehmlassungsantwort

Die vorliegende Variante der Regierung deckt sich grösstenteils mit den Vorschlägen des Verwaltungsrates. Die von der Regierung zum «4plus5»-Konzept erweiterte Idee bildet die notwendige Grundlage für die stete Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung und ist eine wichtige Voraussetzung für mögliche Zusammenarbeitsmodelle über die Kantonsgrenzen hinweg. Das Konzept –ergänzt mit Betriebsoptimierungen und einer Erhöhung der Gemeinwirtschaftlichen Leistungen(GWL) – sichert die zukunftsfähige kantonale Gesundheitsversorgung.

Qualitativ hohe medizinische Grundversorgung

Es ist verständlich, dass der Vorschlag bei Mitarbeitenden und bei der Bevölkerung Unsicherheitauslösen kann. Ganz besonders in den betroffenen Regionen. Der Vorschlag stellt für die gesamte St.Galler Bevölkerung eine qualitativ hohe medizinische Gesundheitsversorgung zu bezahlbaren Kosten sicher. Der Verwaltungsrat betont seine Offenheit, nach Auswertung der Vernehmlassungdurch die Regierung die Ausgestaltung der regionalen Angebote nochmals kritisch zu überprüfen.

Regionalität

Wichtig ist, dass eine erfolgreiche Umsetzung insbesondere der Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) nur mit Beteiligung der niedergelassenen Ärzteschaft gelingt. Die GNZ sind regional unterschiedlich zu gestalten, mit einem der Nachfrage entsprechendem Angebot. Sie sind nicht zwingend an bisherigen Spitalstandorten zu etablieren. Die Spitalverbunde engagieren sich subsidiärzur niedergelassenen Ärzteschaft.

Handlungsbedarf

Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterstützt der Verwaltungsrat den Konzeptentwurf der Regierung. Die finanziellen Ergebnisse der einzelnen Spitalstandorte der Jahre 2016, 2017 und 2018zeigen deutlich, dass dringlicher Handlungsbedarf besteht:

Die Unternehmensergebnisse 2019 werden an der Jahresmedienkonferenz der St.Galler Spitäler präsentiert. Der Verwaltungsrat rechnet in allen Verbunden mit einem negativen Ergebnis. Das Budget 2020 der Gruppe der St.Galler Spitäler rechnet mit einem konsolidierten Verlust von über 30 Millionen Franken.

(Spitalverbunde des Kantons St.Gallen)