Wirtschaft
27.02.2020

Bühler Group für Coronavirus gewappnet

Der Coronavirus sorgt momentan täglich, manchmal stündlich für neue Schlagzeilen. Als führendes, global tätiges Unternehmen beschäftigt sich die Bühler Group mit Hauptsitz in Uzwil auch damit und hat sich entsprechend gewappnet. Mit welchen Massnahmen dies erfolgt, wollte Gossau24 wissen und fragte bei Bühler nach. (Bild: Bühler Group, China Hauptsitz in Wuxi, Jiangsu)

Was für Massnahmen hat Bühler getroffen, um Ansteckungen mit dem Coronavirus möglichst zu vermeiden?

Markus Reber, Media Relations Manager: "Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden steht für uns an erster Stelle. Wir haben deshalb einen Massnahmenkatalog erlassen, der sehr stark auf Aufklärung unserer Mitarbeitenden und auf Prävention setzt. Nachdem jetzt Corona-Fälle in Europa aufgetaucht sind, werden wir diese Massnahmen auch hier einführen. Als global aufgestelltes Unternehmen mit Aktivitäten in rund 140 Ländern ist natürlich auch Bühler von dem Coronavirus betroffen. Das gilt insbesondere für unsere Standorte in China, wo wir  rund 3000 Mitarbeitende und sieben grosse Standorte (in Wuxi, Changzhou, Beijing, Shanghai, Hefei, Xian und Shenzhen) haben. In China sehen wir aus heutiger Perspektive für uns eine Entwicklung in Richtung Normalisierung. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, gehen wir davon aus, die Auswirkungen gut beherrschen zu können. Derzeit ist die Versorgungslage für grössere Mengen von Schutzmasken schwierig. Sie sind in China nur mehr sehr schwer zu erhalten. Aus diesem Grund greift Bühler auf sein globales Netzwerk zurück und fliegt per Luftfracht Schutzmasken ein, etwa aus Indonesien oder aus Deutschland. Im Übrigen sieht sich Bühler regelmässig mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert. Das gilt etwa für China in den Jahren 2002 und 2003 mit dem SARS-Ausbruch oder für den Ebola-Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016. Auch in Krisenregionen unternimmt Bühler teilweise grosse Anstrengungen, um die Versorgungssicherheit der lokalen Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Aufgrund dieser Erfahrungen hat sich das Krisenmanagement im Fall des Coronavirus bis jetzt bewährt.

Wurden die Kontakte mit China eingeschränkt?

Wir haben als eine der ersten Firmen schon vor den Fluglinien einen Reisestopp von und nach China ausgesprochen. Aufgrund behördlicher Anweisungen waren dann Ende Januar bis Anfang Februar unsere Standorte in China geschlossen. Seit dem 10. Februar haben wir wiederum als eine der ersten Firmen die Erlaubnis, die Werke wieder hochzufahren. Dafür gibt es einen detaillierten Plan, der etwa vorsieht, dass alle Mitarbeitenden einen Prozess durchlaufen, der ihre Gesundheit gewährleistet. Dazu gehören unter anderem eine Fiebermessung für alle Standorte und Schulungen zu Verhaltens- und Hygienevorschriften.

Wie viele Mitarbeiter aus Uzwil sind zurzeit für Bühler in China und müssen diese länger als geplant in China bleiben?

In China befinden sich derzeit noch einige wenige internationale Mitarbeitende, mit denen Bühler permanent Kontakt hält. Von Seiten dieser Mitarbeitenden besteht derzeit kein Bedarf, China zu verlassen. Internationale Mitarbeitende, die China seit Ausbruch des Virus verlassen haben, bleiben in ihrem Heimatland 14 Tage zu Hause.

Herr Reber, besten Dank für Ihre Auskünfte.

 

JG