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Kanton SG
16.07.2021
16.07.2021 11:08 Uhr

Bildungsdirektor Kölliker wehrt sich für Schülerinnen und Schüler

St.Galler Regierungsrat Stefan Kölliker: «Schul-Massentests schüren Verunsicherung in den Familien». Bild: zvg
Der St. Galler Regierungsrat Stefan Kölliker stemmte sich öffentlich gegen Massentests an den Schulen – und erntete Kritik. In der Weltwoche legt er seine Sicht dar.

Bruno Hug

Eines muss man dem St. Galler Bildungsdirektor – und der ganzen Kantonsregierung – lassen: Immer wieder hatte der St. Galler Regierungsrat den Mut, sich gegen extreme und unlogische Corona-Vorschriften zu wehren, aber zugleich die Gefahr der Pandemie nicht zu verniedlichen.

Kölliker gegen Schul-Massentests

Einen mutigen Auftritt leistete vor rund zwei Wochen insbesondere der St. Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker. Er wehrt sich gegen Massentests in «seinen» Schulen. In einem Bericht in der Weltwoche legt er nun seine Überlegungen dazu offen. Er schreibt, Corona-Massentests in Schulen seinen angesichts des Ziels, die Kapazität der Spitäler zu sichern und die Risikopersonen zu schützen, überrissen.

Warum Unterricht durcheinanderbringen?

Ärzte und Spezialisten hätten erkannt, dass es keine Belege dafür gebe, dass Massentests in Schulen die Ansteckungskurven nach unten drücken würden. Die Ansteckungen in Schulen würden mit wiederholten Tests und solchen, die nur im Ausbruchsfalle angeordnet werden, gleich verlaufen.

Nicht unberechtigt fragt Kölliker dazu: «Warum dürfen wir den Ärzten nicht glauben, sondern sollen dem Aufruf des Bundesamtes für Gesundheit folgen und mit einer teuren, aber wirkungslosen Test-Maschinerie den Unterricht durcheinanderbringen?» Ausserdem würden Schul-Massentests in den Familien vor allem «Verunsicherung schüren».

Kinder nicht zu Sündenböcken machen

Der St. Galler Bildungsdirektor folgert: «Ich möchte nicht, dass die Eltern ihre Kinder als Sündenböcke der Pandemie ansehen müssen.» Im Gegensatz dazu sei zu hoffen, dass sich in dieser Sache bald das Augenmass durchsetze. Zum Glück sei der Kanton St.Gallen nicht allein, sondern mit anderen grossen Kantonen auf derselben Linie.

Kölliker möchte mit seinem Beitrag aber die Fachleute im Berner Bundesamt «nicht an den Pranger stellen», schreibt er. Fügt aber an, dass diese bezüglich «der Verhältnismässigkeit ihrer Rezepte» zur Eindämmung der Pandemie noch zulegen könnten. Jedenfalls bei der Bildung.

Bruno Hug, Linth24