Kultur
29.04.2020

Jetzt definitiv: Kein OpenAir St.Gallen

Lange wurde es vermutet, jetzt ist es traurige Gewissheit: Seit 1977 findet das St.Galler OpenAir zum ersten Mal nicht statt.

Der Bundesrat und das BAG haben das Veranstaltungsverbot bis zum 31. August verlängert. Diese Massnahme betrifft auch das OpenAir St.Gallen 2020 und es findet erstmals in seiner Geschichte nicht statt.

Kein Kitzeln, dass es losgeht, wenn wir unsere Festivalbändel anziehen. Keine spontanen Feiern beim Anstehen. Keine Festivalshuttles, die Scharen von freudigen Besucher*innen ins Sittertobel transportieren. Keine Nightliner, die Künstler*innen nach St.Gallen bringen. Keine Bühnen auf den Wiesen im Sittertobel. Kein Schnuppern der einzigartigen Festivalluft. Keine tobende Meute in der Frontrow. Keine dröhnenden Bässe über der Zeltstadt. Keine Chance, in einem fremden Zelt aufzuwachen. Kein kühlendes Bad mit einem Schüga in der Sitter. Keine schmerzenden Füsse vom Tanzen an der spontanen Grillparty auf dem Zeltplatz. Keine unvergesslichen Sonnenaufgänge über dem Sittertobel mit Freunden und hunderten anderen Nachtschwärmern. Kein Nachklingen der Bässe und in Erinnerung schwelgen auf dem Nachhauseweg nach vier Tagen OpenAir.

«Sprachlos und traurig»
«Wir waren schon seit einigen Tagen auf dieses Szenario vorbereitet. Doch jetzt, wo es definitiv ist, sind wir alle sprachlos und traurig. So haben wir in den letzten Wochen noch lange gehofft, dass wir Ende Juni im Sittertobel feiern dürfen. Die Gesundheit von unserem Publikum, unserer Crew und unseren Künstler*innen geht vor und wir unterstützen die Massnahmen des Bundes voll und ganz», schreiben die Veranstalter. 

Folglich wird es diesen Sommer das erste Mal in der Geschichte des Festivals seit 1977 kein OpenAir St.Gallen geben.

Die diesjährige Ausgabe hätte besonders sein sollen: Das Line-up hat sehr viele positive Resonanzen ausgelöst und Vorfreude versprüht. In den letzten wurde Monaten alles gegeben und mit viel Herzblut an den neuen Projekten, wie der Nachwuchs-Bühne INTRO, dem Day Dance, dem Festivalshop von ALDI, den neuen Sanitäranlagen und dem Look & Feel des Festivals gearbeitet. Bereits Ende November konnte das OASG viele Acts und neue Projekte präsentieren und den Vorverkauf starten. Jetzt wird das Festival auf 2021 verschoben und diese Projekte jetzt möglichst 2021 umsetzen. «Zudem sind wir zurzeit in Kontakt mit all unseren Künstler*innen, um möglichst viele Bands aus dem diesjährigen Line-up, live am OpenAir St.Gallen 2021 im Sittertobel zu sehen.»

Tickets behalten ihre Gültigkeit für das OpenAir St.Gallen 2021
«Alle Tickets behalten durch die Verschiebung des Festivals ins nächste Jahr ihre Gültigkeit. Wer bereits ein Ticket für das OpenAir St.Gallen gekauft hat, unterstützt das Festival und trägt dazu bei, die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen und unserer diversen Teams, die seit Monaten an dem Festival arbeiten, zu sichern und uns durch diese sehr schwierige Zeit zu bringen. Wenn wir bereits jetzt für die Ausgabe vom 1. bis 4. Juli 2021 auf viele Besucher*innen zählen dürfen, unterstützt uns das enorm. Bei Verhinderung oder im Ausnahmefall werden Ticketkäufer*innen die Möglichkeit haben, ihr Ticket zurückzugeben», heisst es weiter.

Gemäss Absprache mit einem Grossteil der Schweizer Festivals kommt dabei ein Unkostenbeitrag von 10% zum Zuge, der dem Ticketpreis abgezogen wird. Die Gebühr gilt als Entschädigung für die Abwicklung der Rückerstattung und als Beitrag an die bereits angefallenen Aufwände für das OpenAir St.Gallen 2020. Über das Vorgehen hinsichtlich der Ticketrückerstattung werden alle Käufer*innen und Käufer zu gegebener Zeit per E-Mail informiert. Verschiedene Detailinformationen folgen in den nächsten Tagen.

«Wir waren noch nie in einer Situation wie dieser, dass wir das Festival nicht wie geplant durchführen konnten. Diese ausserordentliche Situation stellt uns vor neue Herausforderungen. Welche konkreten Auswirkungen die Verschiebung zur Folge hat, ist aktuell schwierig zu sagen. Tatsache ist, dass die neue Situation nicht nur uns als Veranstalter, sondern alle beteiligten Akteure hart trifft: Künstler*innen, Zelt- und Gerüstbauer, Event-Agenturen, Ton- und Lichtproduktion, Sicherheitsfirmen, Standbetreiber, Fotograf*innen und viele Freelancer», heisst es in der Medienmitteilung abschliessend. 

pd