Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt Gossau
31.08.2021

Sportwelt Gossau: Anlauf zum Sprung in die Zukunft

Visualisierung von Osten mit Leichtathletikanlage, Fussballplätzen mit Tribüne, Freibad und Hallenbad. Bild: Stadt Gossau
Für die erste Etappe der Realisierung der "Sportwelt Gossau" beantragt der Gossauer Stadtrat einen Baukredit von insgesamt 56 Millionen Franken. Hallenbad, Fussballplätze mit Tribüne, Leichtathletikanlagen und multifunktionale Aussenräume sind die wesentlichen Elemente dieses Modul 1 genannten Bauvorhabens. Für diese Investition sind bereits Rückstellungen in der Höhe von 30 Millionen Franken vorhanden.
Visualisierung mit Sicht von Westen auf die künftigen Anlagen. Bild: Stadt Gossau

Der Stadtrat Gossau hat den Kreditantrag für das erste Modul der Sportanlagen im Gebiet Buechenwald verabschiedet. Für insgesamt 56 Millionen Franken sollen verschiedene Sportanlagen neu erstellt werden. Dabei handelt es sich um den Ersatz von bestehenden Anlagen, welche ihren Lebenszyklus erreicht oder bereits überschritten haben.

Hallenbad, Fussballplätze und weitere Anlagen

Im Detail geplant sind ein neues Hallenbad in Kombination mit dem Freibad. Das Hallenbad wird ein Schwimmer-, ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken erhalten. Die 80-Meter-Rutschbahn können die Gäste des Hallen- und des Freibades nutzen. Weiter werden vier neue Fussballplätze erstellt; das Hauptspielfeld erhält eine neue Tribüne. Ebenfalls Bestandteil des Moduls sind neue Leichtathletikanlagen und vielfältig nutzbare Aussenräume.

Teil der Investition von 56 Millionen Franken sind 1,4 Mio. Franken für Anlagenteile, die aus dem Modul 2 vorgezogen werden. Insbesondere bautechnische Überlegungen sprechen dafür, die Beachvolleyballfelder und das Fussball-Kleinspielfeld mit Modul 1 zu erstellen.

Für Schule, Vereine und Bevölkerung

Die Sportanlagen dienen den Schulen, den Sportvereinen und der gesamten Bevölkerung. Die Schule ist eine der wichtigsten Nutzerinnen der Sportanlagen. Sie erhält moderne Anlagen für den Schulsport und kann die Palette an Sport- und Spielarten erweitern. So kann die Schule die Vorgaben des Lehrplans Volksschule St. Gallen für den Schulsport optimal erfüllen. Ebenfalls erhalten verschiedene Gossauer Sportvereine Anlagen für Training und Wettkampf im Breiten- und teilweise auch im Spitzensport.

Die geplanten Anlagen bringen auch der gesamten Bevölkerung einen Mehrwert. Zwischen den verschiedenen Sportanlagen entstehen attraktive Freiräume, die vielfältige Nutzungen ermöglichen. Spiel- und Bewegungsgeräte für alle Generationen sind ebenso vorgesehenen wie Erholungsorte. Der zentrale multifunktionale Platz wird zu einem neuen Treffpunkt für Gossau und kann auch kleinere Anlässe beheimaten.

Investition für Stadthaushalt tragbar

Für das Modul 1 beantragt der Stadtrat einen Baukredit von 54,6 Millionen Franken. Für die vorgezogenen Anlagenteile aus Modul 2 beantragt er zusätzlich 1,4 Mio. Franken. Dem Stadtrat ist bewusst, dass das Investitionsvolumen von rund 56 Mio. Franken beträchtlich ist. Dank den in den letzten Jahren gezielt gebildeten Rückstellungen von insgesamt 30 Mio. Franken kann der Stadthaushalt die Investition jedoch tragen. Aus heutiger Sicht wird das erste Modul der Sportanlagen keine Erhöhung des Steuerfusses auslösen. Der Stadtrat betont, dass Gossau mit der Sportwelt eine massgebliche Aufwertung erfährt, welche die Investition mehr als nur rechtfertigt.

Urnenabstimmung im Mai 2022

Für die beiden Kreditvorlagen wird nun der parlamentarische Prozess eingeleitet. Das Parlamentspräsidium sieht für die Parlamentssitzung vom 7. September 2021 die Einsetzung der vorberatenden Kommissionen vor. Der weitere Terminplan ist wesentlich abhängig vom Zeitbedarf für diese Beratung. Der Stadtrat hofft, dass die Urnenabstimmung zum Baukredit für das Sportanlagenprojekt im Mai 2022 stattfinden kann. Bei einem Ja ist der Baustart im Jahr 2023 möglich. Das neue Fussball-Hauptspielfeld mit Tribüne könnte 2024 genutzt und das Hallenbad 2025 eröffnet werden.

Konsequenz aus bisherigen Entscheiden

Mit dieser Kreditvorlage führt der Stadtrat die bisherigen Planungen und Entscheide für die Gossauer Sportanlagen konsequent weiter. Mit dem Gemeindesportanlagenkonzept (GESAK) waren 2012 der Bestand der Anlagen aufgenommen und der Erneuerungs- und Ergänzungsbedarf definiert worden. Ebenfalls wurde festgelegt, welche Anlagen in Gossau realisiert werden sollen und wofür die regionale Zusammenarbeit gesucht wird. Das geplante Hallenbad hat eine wesentliche Bedeutung für den schulischen Schwimmunterricht, weshalb eine regionale Lösung verworfen wurde. Für ein neues Gossauer Hallenbad am Standort Buechenwald hat sich 2013 in einer Grundsatzabstimmung eine markante Mehrheit der Gossauer Stimmberechtigten ausgesprochen. Auch das Stadtparlament hat in den letzten Jahren mehrere richtungsweisende Entscheide gefällt, auf denen diese Kreditvorlage basiert.

Grundwasser als Energieträger nutzen

Die Wärmeenergie für die neuen Sportanlagen soll weitgehend aus dem vor Ort vorhandenen Grundwasser gewonnen werden. Die Stadtwerke Gossau planen für das Gebiet Buechenwald einen Grundwasser-Wärmeverbund. Angeschlossen werden neue und bestehende Sportanlagen und voraussichtlich die kantonale pädagogische Hochschule. Für diesen Wärmeverbund beantragt der Stadtrat einen Verpflichtungskredit von gut 3,6 Mio. Franken.

Sollte das Stadtparlament diesen Kredit nicht genehmigen, müsste für die Sportwelt Gossau eine eigenständige Energieversorgung mit gleicher Technologie realisiert werden. Hierfür wird dem Parlament ein Eventualkredit von 1,6 Mio. Franken beantragt.

gossau24.ch / Stadt Gossau