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27.09.2021

«Riesiger Umweg für Fussgänger und Velofahrer»

Bild: Ruedi Blumer, SP-Kantonsrat Gossau
Die Passarelle am SBB-Sitterviadukt wird von zwei auf vier Meter verbreitert. Dafür wird die Brücke ab dem 4. Oktober für zwei Jahre gesperrt und ergibt für den Fuss- und Veloverkehr einen grossen Umweg. Das löst beim Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) Unverständnis aus.

Mit der Verbreiterung der Passerelle ertüchtigt die Stadt ein wichtiges Teilstück der längst versprochenen Veloschnellroute. Präsident Ruedi Blumer hält fest: «Über diese Brücke führen drei regionale und eine nationale Veloroute. Sie wird täglich von vielen Fussgehenden als Wander- und Spazierweg benutzt und dient einer stetig steigenden Anzahl von Velofahrenden als Arbeits- und Freizeitwegstück.»

Passanten reagieren verdutzt

Die zweijährige Sperrung sei eine Zumutung für die Nutzer und eine Geringschätzung des klimafreundlichen Fuss- und Veloverkehrs. Seit wenigen Tagen sind beidseits der Brücke dezent Infotafeln platziert. Konsterniert und mit Unverständnis reagieren viele Passanten, wenn sie lesen, dass die Sperrung fast zwei lange Jahre dauern soll und während dieser Zeit der grosse Umweg über die Kräzernstrasse benutzt werden soll. Dieser Umweg verlängert die Strecke um 1,5 km und eine Höhendifferenz von 100 Meter (siehe Foto).

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  • Bild: Ruedi Blumer, SP-Kantonsrat Gossau
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VCS fordert Massnahmen

Der VCS sei befremdet von dieser «extrem langen» Bauzeit und erwartet eine bessere Berücksichtigung der Interessen des Fuss- und Veloverkehrs während der Umbauzeit. Deshalb macht er folgende Anregungen:

  • Es müssen Anstrengungen unternommen werden, um die Umbauzeit zu verkürzen.
  • Die Infotafeln müssen deutlich grossräumiger aufgestellt werden und weitere Kommunikationsmittel eingesetzt werden.
  • Auf der ganzen Kräzernstrasse muss Tempo 30 gelten, da auf dieser Strasse nicht einmal ein Velostreifen existiert und die Strasse bei starkem Verkehrsaufkommen als Umfahrung der Fürstenlandbrücke genutzt wird.
  • Als direktere Umleitung mit viel weniger Höhenunterschied muss auch die Fürstenlandbrücke genannt und signalisiert werden. Wobei die Baustelle auf dem nördlichen Trottoir möglichst schnell beendet werden muss, damit das Trottoir, das sich Fuss und Velo teilen müssen, wieder auf beiden Strassenseiten benutzt werden kann.
  • In der Schoretshueb auf der St.Gallerstrasse an der Gemeindegrenze zwischen St.Gallen und Gossau bricht der Velostreifen abrupt ab und die Velofahrer sind auf Gossauer Boden dem (Lastwagen)verkehr schutzlos ausgesetzt. Hier sind bis ins Mettendorf Gossau dringend Verbesserungen für die Sicherheit der Velofahrer nötig.
  • Während der Umbauzeit soll der Velotransport im Zug auf den Strecken St.Gallen HB - Winkeln und Haggen - Herisau gratis sein. Erfreulich grosszügig wäre es, wenn das Gratistransportangebot für die Strecken St.Gallen - Gossau und St.Gallen - Herisau gelten würde und somit auch der Interregio bzw. der Voralpenexpress benutzt werden könnte.
  • Die abgerissene Brücke über die Bahnlinie am Oberstockenweg muss endlich neu, und wie vorgesehen für Velos befahrbar, erstellt werden, damit die Zufahrt zum Bahnhof Bruggen verbessert wird.
VCS St.Gallen/Appenzell