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Stadt Gossau
19.01.2026
19.01.2026 17:06 Uhr

Simon Sigg: «Die Resonanz auf meine Interpellation hat mich überrascht»

Der Gossauer Stadtparlamentarier (Die Mitte) und Seelsorger Simon Sigg hat eine Interpellation zum Thema Notsituationen und Obdachlosigkeit in Gossau eingereicht. Bild: gossau24.ch / Claudia Vamvas
Rund zwei Wochen nach Einreichung seiner Interpellation zu nächtlichen Notsituationen in Gossau wird deutlich: Der Gossauer Stadtparlamentarier und Seelsorger Simon Sigg hat eine Diskussion angeregt, die bisher nicht stattgefunden hat.

«Ich war sehr überrascht über das grosse Echo und das Interesse an meiner Interpellation», sagt Simon Sigg, Gossauer Stadtparlamentarier (Die Mitte) und Seelsorger, im Gespräch mit Gossau24 im Pfarrhaus der Katholischen Kirchgemeinde Gossau.

Von 18 Personen unterschrieben

Zwei Wochen nach der Einreichung zeigt sich: Das Thema hat viele bewegt. In seiner Interpellation mit dem Titel «Nächtliche Notsituationen und Obdachlosigkeit in Gossau», die er am 6. Januar 2026 eingereicht hat, möchte er vom Gossauer Stadtrat wissen, wie dieser die Situation einschätzt, welche Anlaufstellen es für Betroffene gebe oder welche präventive Massnahmen zur Vermeidung von Obdachlosigkeit die Stadt verfolge. Dass 17 Stadtparlamentarierinnen und -parlamentarier seine Interpellation mitunterzeichnet haben, freue ihn sehr, sagt Simon Sigg.

Die Beweggründe

Auslöser für die Interpellation waren für Simon Sigg zwei Faktoren. Zum einen mehrere Einbrüche im Fondue-Stadel zwischen Weihnachten und Neujahr – in einer Zeit mit sehr kalten Nächten. Bereits im vergangenen Jahr habe es ähnliche Vorfälle gegeben, die damals jedoch nicht publik wurden. Der Fondue-Stadel wird vom Verein «Für Gossau» betrieben, der den Erlös an karitative Projekte in Gossau spendet. Da bei diesen nächtlichen Einbrüchen praktisch nichts entwendet wurde, hätten die Verantwortlichen den Eindruck erhalten, es gehe vielmehr darum, an einem warmen Ort sein zu können, sagt Simon Sigg.

Zum anderen sei die Anzahl der Menschen, die in Notlagen an der Pfarrhaustüre anklopfen, deutlich angestiegen. In Gesprächen mit Betroffenen sei dabei auch schon mehrmals zur Sprache gekommen, dass Notschlafstellen in der Region überfüllt seien – insbesondere in kalten Nächten.

Der Fondue-Stadel bei der Markthalle, der vom Verein «Für Gossau» betrieben wird. Bild: gossau24.ch / cv

Notzimmer im Andreaszentrum

Auf seine Interpellation hat Simon Sigg ausschliesslich positive Reaktionen erhalten. Einige hätten ihm gesagt, dass ihnen diese Situation bisher nicht bewusst gewesen sei. In einem Gespräch habe er ausserdem erfahren, dass es früher im Andreaszentrum in Gossau ein Zimmer mit einem Bett für Notlagen gegeben habe. Warum es dieses Angebot heute nicht mehr gibt, ist ihm nicht bekannt.

Zunehmende Anfragen bei Hilfsstellen

Auch bei Organisationen wie der «Solidarität Gossau» nehme man wahr, dass Anfragen von Menschen in Not zunehmen. Diese Fälle könnten zwar dank Spenden aufgefangen werden, die Entwicklung werfe dennoch Fragen auf, so Simon Sigg. Auf die Frage, was er sich erhoffe, sagt er: «Mir ist es wichtig, dass darüber gesprochen wird.» Er habe mit dem Vorstoss wohl eine Diskussion angestossen, die vorher nicht stattgefunden habe. Das sei ihm wichtig. Gespannt ist er nun auf die Antworten des Stadtrats.

Claudia Vamvas
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